Die Entstehung von GIT
Wer hat´s erfunden?
GIT wurde ursprünglich von Linus Torvalds entwickelt, dem Erfinder des Linux-Betriebssystems. Torvalds kam auf die Idee von GIT, nachdem das bis dato verwendete BitKeeper-System kostenpflichtig wurde und somit für viele Entwickler unereichbar wurde.
Als Alternative begann er, ein neues Versionskontrollsystem zu entwickeln, das auf seinen Bedürfnissen als Entwickler zugeschnitten war. Die Arbeit an GIT begann im April 2005 und bereits kurze zeit später wurde die erste Version als Open-Source-Projekt veröffentlicht.
GIT wurde von Anfang an als verteiltes System konzipiert, das es mehreren Entwicklern ermöglicht, gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten, ohne dass es zu Konflikten kommt. Es wurde schnell zu einem beliebten Werkzeug in der Open-Source-Community und wird heute von Millionen von Entwicklern auf der ganzen Welt genutzt, um ihre Arbeit zu verwalten und zu koordinieren.
Was bedeutet der Name?
Viele würden an dieser Stelle bestimmt eine unglaublich kreative Idee für die Namensfindung erwarten. Doch da liegen sie eindeutig falsch.
Linus Trovalds fand es lustig, dass sein Programm einen Namen erhält, der in England umgangssprachliche „Blödmann“ bedeutet. Er sagt selbst:
„I’m an egotistical bastard, and I name all my projects after myself. First ‘Linux’, now ‘Git’.“
„Ich bin ein egoistischer Mistkerl, und ich benenne all meine Projekte nach mir. Zuerst ‚Linux‘, jetzt eben ‚Git‘.“
– Linus Torvalds
„The joke ‘I name all my projects for myself, first Linux, then git’ was just too good to pass up. But it is also short, easy-to-say, and type on a standard keyboard. And reasonably unique and not any standard command, which is unusual.“
„Der Witz ‚Ich benenne alle meine Projekte nach mir, zuerst Linux, nun eben Git‘ war einfach zu gut, um ihn nicht zu machen. Aber es (der Befehl) ist auch kurz, einfach auszusprechen und auf einer Standardtastatur zu schreiben, dazu einigermaßen einzigartig und kein gewöhnliches Standardkommando – was ungewöhnlich ist.“
– Linus Torvalds
Sinn für Humor scheint der gute Herr auf jeden Fall zu haben.
Die Verwendung von GIT
GIT wird hauptsächlich als Versionskontrollsystem für die Entwicklung von Software verwendet. Es ermöglicht Entwicklern, Änderungen an der gemeinsamen Codebasis zu verwalten, ohne sich gegenseitig im Code herumzupfuschen.
Die praktischsten Anwendungen von GIT:
- GIT erfasst jede Änderung am Code und speichert diese mit einem Commit in einem Repository. Dadurch können Entwickler den Verlauf des Codes über die Zeit hinweg nachverfolgen und Änderungen über die erstellten Commits rückgängig machen oder wiederherstellen.
- GIT ermöglicht es mehreren Entwicklern, gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten, ohne dass es zu Konflikten kommt. Jeder Entwickler kann seine Änderungen in das gemeinsame Repository hochladen und Änderungen anderer Entwickler herunterladen und in den eigenen Code integrieren.
- GIT ermöglicht es Entwicklern, neue Funktionen der Software in separaten Branches zu entwickeln, ohne den Hauptcode zu beeinträchtigen. Wenn eine neue Funktion fertiggestellt ist, kann sie in den Hauptcode (den sogenannten „master branch“) mit einem Merge integriert werden.
- GIT dient auch als Backup-Werkzeug, um den Code auf verschiedenen Servern und Rechnern zu sichern. Dadurch wird das Risiko von Datenverlust minimiert.
Doch nicht nur Entwickler können GIT verwenden. Möchte man andere Projekte, Dokumente, Schulunterlagen oder Konfigurationsdateien sichern und verwalten, so ist GIT genau das Richtige dafür.
Wichtige Begriffe im Zusammenhang mit GIT
Und wieder sind wir mit einer Reihe von spezifischen Begriffen konfrontiert. Die wichtigsten werden Dir hier erklärt:
- Repository: Eine zentrale Ablage für Code oder andere digitale Ressourcen, die von einer Gruppe von Entwicklern geteilt und gemeinsam genutzt werden können.
- Commit: Mit einem Commit werden neue Versionen des Codes in das Repository gespeichert. Mithilfe dieser Commits können Änderungen nachverfolgt und „alter“ Code wiederhergestellt werden.
- Branch: Ein Branch ist eine Kopie des Codes, die unabhängig vom Hauptcode entwickelt werden kann. Ein Branch wird typischerweise erstellt, um neue Funktionen oder Ähnliches zu entwickeln, ohne den Hauptcode zu beeinträchtigen.
- Merge: Ein Merge ist der Prozess des Zusammenführens von Änderungen aus einem Branch in einen anderen, z.B. das Zusammenführen einer neuen Funktion in den Hauptcode.
- Pull: Mit einem Pull können Änderungen aus einem Repository heruntergeladen werden, um dem Code im lokalen Repository zu aktualisieren.
- Push: Mit einem Push werden Änderungen des lokalen Repositorys in das Remote-Repository hochgeladen und somit für andere Entwickler verfügbar gemacht.
- Clone: Ein Clone ist eine Kopie des Remote-Repositorys auf den eigenen Computer, die auf einem zentralen Server gespeichert ist.
- Fork: Ein Fork ist eine Kopie des Repositorys, die von einem anderen Entwickler erstellt wird, um Änderungen daran vorzunehmen. Der Unterschied zu einem Clone besteht darin, dass mit einem Fork die direkte Verbindung zum ursprünglichen Repository unterbrochen wird und damit keine Commits auf dieses Repository mehr möglich sind.
Es gibt natürlich noch unzählige weitere Begriffe im Zusammenhang mit GIT. Allerdings können neue Verwender GIT mit diesem Wissen bereits ausreichend nutzen.
Begriffe vertiefen
Hast Du die wichtigsten Begriffe im Bezug von GIT bereits verinnerlicht?
Gut – hier kannst du dein Wissen testen!
Let´s get started!
Um GIT nutzen zu können, muss dieses zunächst am lokalen Rechner installiert werden. Öffne dazu diesen Link, um die passende Version für dein Betriebssystem herunterladen zu können.
Wie Du GIT installierst und die ersten Schritte durchführst, siehst Du nun in dieser Anleitung:
GIT advanced
Die Anwendung von GIT beschränkt sich natürlich nicht nur auf das alleinige Nutzen der Funktionen. Programmierteams Weltweit verwenden die Zahlreichen Funktionen der Code-Versionierung. Die Verwendung von GIT im Team lernst du im zweiten Ausbildungsjahr im Fach FSE (Software-Zweig). Zahlreiche Videos zu GIT findest du außerdem auf YouTube.
Wenn Du eine weitere Anleitung für den Erstgebrauch von GIT möchtest, wäre HIER ein weiterer Guide.
Außerdem findest Du auf dieser WEBSITE ein Cheat-Sheet mit den wichtigsten Befehlen.

Herzlichen Glückwunsch, Du hast erfolgreich den Kurs für die Verwendung von GIT abgeschlossen! Mit den erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten bist Du nun in der Lage, GIT effektiv in Deinen Projekten zu nutzen und von seinen zahlreichen Vorteilen zu profitieren. Viel Erfolg bei der Umsetzung Deiner Projekte mit GIT!