In der heutigen Geschäftswelt ist es entscheidend, dass Unternehmen ihre finanzielle Performance genau überwachen und analysieren, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die interne Unternehmensrechnung spielt dabei eine zentrale Rolle.
In diesem Lernbeitrag wirst Du die Grundlagen der internen Unternehmensrechnung kennenlernen. Wir werden uns mit Kostenarten, Kostenstellen, Kostenträgern und Kostenrechnungssystemen beschäftigen. Dir wird erklärt, wie die interne Unternehmensrechnung bei Entscheidungen in Bezug auf Preisgestaltung, Produktionsplanung und anderen betrieblichen Aktivitäten hilft.
Dieser Lernbeitrag soll Dir dabei helfen, eine solide Grundlage aufzubauen und somit perfekt vorbereitet in Deine Ausbildung zu starten.
Das Team hinter dem Diplomprojekt „startITeasy“ möchte an dieser Stelle seine tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Hölzel Verlag ausdrücken. Ihre großzügige Erlaubnis, Grafiken aus ihren Schulbüchern für den Lernbeitrag „BWM – interne Unternehmensrechnung“ zu nutzen, hat wesentlich zur Gestaltung und Informationsfülle dieses Beitrags beigetragen. Dank ihrer Unterstützung konnten wir den Beitrag anschaulicher und lehrreicher gestalten. Unsere aufrichtige Anerkennung gilt dem Hölzel Verlag für seine Unterstützung der Bildung.
Teilbereiche des Rechnungswesens
Das Rechnungswesen ist wie das Navigationssystem eines Unternehmens. Es hilft uns zu verstehen, wo wir gerade stehen und wohin wir gehen. Es gibt vier große Bereiche, in die das Rechnungswesen eingeteilt werden kann:
(Veidl, Bauer, Nitschinger; „Unternehmensrechnung HAK III – Gute Arbeit“; Auflage 2021; S. 4; Hölzel Verlag)
In dieser Grafik aus dem Lehrbuch „Gute Arbeit – Kostenrechnung und Bilanzierung einfach erklärt“ werden die Teilbereiche des Rechnungswesens bereits sehr schön aufgezeigt. Mit anderen Worten bedeutet das also:
1. Buchführung
Die Buchführung ist wie das Gedächtnis des Unternehmens. Sie behält alle Geldbewegungen im Auge und notiert sie. Das ist wichtig, damit wir am Ende des Jahres wissen, was passiert ist. Und wir brauchen diese Informationen, um den Jahresabschluss zu erstellen, den wir dann mit anderen teilen können.
2. Kostenrechnung
Die Kostenrechnung hilft uns zu verstehen, wie viel es kostet, unser Produkt oder unsere Dienstleistung zu erstellen. Sie teilt die Kosten auf verschiedene Bereiche des Unternehmens auf und hilft uns zu sehen, wo wir Geld sparen oder mehr ausgeben müssen.
3. Betriebliche Statistik
Mit der betrieblichen Statistik sammeln und analysieren wir Daten über unser Unternehmen. Diese Daten helfen uns, Trends zu erkennen und vorherzusagen, was in der Zukunft passieren könnte. Damit können wir bessere Entscheidungen treffen.
4. Planungsrechnung
Mit der Planungsrechnung schauen wir in die Zukunft. Wir erstellen Budgets und machen Vorhersagen darüber, wie viel Geld wir verdienen und ausgeben werden. Es hilft uns, unsere Ziele zu setzen und zu verfolgen.
Zusammen geben uns diese vier Bereiche ein klares Bild davon, wie unser Unternehmen läuft. Indem wir sie verstehen und nutzen, können wir sicherstellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Für die interne Unternehmensrechnung, die Du im Unterricht kennenlernen wirst, ist hauptsächlich der zweite Teilbereiche, Kostenrechnung, relevant.
Grundlagen der internen Unternehmensrechnung
Sehen wir uns zunächst an, wie ein Unternehmen die Kostenrechnung, die ein sehr wichtiger Teil in der internen Unternehmensrechnung ist, durchführt und wie diese funktioniert. Dazu betrachten wir eine Grafik aus dem Lehrbuch „Gute Arbeit – Kostenrechnung und Bilanzierung einfach erklärt“:
(Veidl, Bauer, Nitschinger; „Unternehmensrechnung HAK III – Gute Arbeit“; Auflage 2021; S. 5; Hölzel Verlag)
Wie in der Abbildung schön ersichtlich ist, kann die Kostenrechnung in vier Aufgabenbereiche aufgeteilt werden. Diese Aufgabenbereiche umfassen:
- Grundlage der Preisbildung: Hier schaut man sich an, was es das Unternehmen kostet, seine Produkte oder Dienstleistungen zu erstellen. Diese Kosten helfen, einen Preis zu bestimmen, der alle Kosten deckt und dennoch konkurrenzfähig ist.
- Entscheidungsinstrument: Manchmal gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie etwas gemacht werden kann, und die Kostenrechnung kann hierbei helfen, die beste Wahl zu treffen. Das kann bedeuten, zu entscheiden, ob man etwas selbst herstellt oder es extern einkauft, oder welche Produkte oder Dienstleistungen man anbietet.
- Ergebnisrechnung: Mit der Kostenrechnung kann man herausfinden, wie gut das Unternehmen oder bestimmte Bereiche davon finanziell abschneiden. Man kann sehen, welche Produkte oder Dienstleistungen besonders profitabel sind und welche vielleicht weniger.
- Planungsinstrument: Bei der Planung für die Zukunft schätzt man, wie hoch die Kosten für verschiedene Dinge sein werden. Später kann man dann vergleichen, ob die geschätzten Kosten mit den tatsächlichen Kosten übereinstimmen und verstehen, warum es eventuell Abweichungen gibt.
In den folgenden Unterbeiträgen werden Dir die Grundlegenden Informationen, die Du zum Erlernen der Inhalte benötigst, nähergebracht.
Kostenarten-, Kostenstellen- & Kostenträgerrechnung
(Veidl, Bauer, Nitschinger; „Unternehmensrechnung HAK III – Gute Arbeit“; Auflage 2021; S. 6; Hölzel Verlag)
Wenn man in der internen Unternehmensrechnung über Kosten spricht, gibt es drei wichtige Begriffe, die man kennen sollte: Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung. Was genau bedeuten diese Begriffe und warum sind sie wichtig? Hier eine einfache Erklärung:
- Kostenartenrechnung Die Kostenartenrechnung ist der erste Schritt in der Kostenrechnung. Hier geht es darum, alle Kosten, die in einem Unternehmen anfallen, zu erfassen und zu kategorisieren. Einfach gesagt, ist es wie das Sortieren von Rechnungen in verschiedene Ordner – ein Ordner für Miete, ein Ordner für Gehälter, ein Ordner für Materialkosten und so weiter.
- Kostenstellenrechnung Sobald alle Kosten erfasst und kategorisiert sind, müssen wir herausfinden, wo im Unternehmen diese Kosten anfallen. Das ist der Zweck der Kostenstellenrechnung. Jeder Bereich des Unternehmens, der Kosten verursacht, wird als Kostenstelle bezeichnet. Beispiele für Kostenstellen können eine Produktionsabteilung, eine Marketingabteilung oder ein Vertriebsteam sein. Durch die Zuordnung von Kosten zu bestimmten Kostenstellen können wir besser nachvollziehen, welche Bereiche des Unternehmens am meisten Kosten verursachen.
- Kostenträgerrechnung Der letzte Schritt ist die Kostenträgerrechnung. Ein Kostenträger ist das Produkt oder die Dienstleistung, die ein Unternehmen verkauft. In der Kostenträgerrechnung werden die Gesamtkosten eines Produkts oder einer Dienstleistung ermittelt, indem alle Kosten zusammengezählt werden, die bei seiner Herstellung oder Bereitstellung anfallen. Dazu gehören sowohl direkte Kosten (zum Beispiel die Materialkosten für die Herstellung eines Produkts) als auch indirekte Kosten (zum Beispiel der Anteil der Mietkosten, der auf die Produktion entfällt).
Ist sich ein Unternehmen erst einmal über die eigene Kostenstruktur bewusst, kann das Unternehmen bessere Entscheidungen im Bezug auf Verkaufspreise, Einführung neuer Artikel oder Ähnliches treffen.
Vollkosten- vs. Teilkostenrechnung
Nachdem Du die Grundlegenden Konzepte von Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträgern gelesen hast, können wir uns nun ansehen, wie diese in der Praxis angewendet werden. Dabei sehen wir uns die beiden Hauptmethoden der Kostenrechnung an: die Vollkostenrechnung und die Teilkostenrechnung.
Zunächst sollten wir aber zwei Begriffe klären – fixe Kosten und variable Kosten.
- Unter fixen Kosten versteht man Kosten, die im Unternehmen anfallen, egal ob produziert wird oder nicht. Darunter fallen Kosten wie Miete, Personalkosten oder Grundsteuern.
- Unter variablen Kosten versteht man Kosten, die erst bei der Produktion eines bestimmten Produkts anfallen – diese steigen oder fallen je nach produzierter Menge. Darunter fallen Materialkosten, Energiekosten oder Verpackungsmaterial.
Vollkostenrechnung
Wie der Name schon vermuten lässt, werden bei der Vollkostenrechnung sowohl fixe als auch variable Kosten in die Kalkulation der Kostenträger (Produkte od. Dienstleistungen) mit einbezogen. Das bedeutet, dass jede noch so kleine Ausgabe, die in irgendeiner Form mit dem Produkt in Verbindung steht, in die Kalkulation einfließt. Dies gibt ein sehr genaues Bild davon, wie viel ein einzelnes Produkt „kostet“.
Teilkostenrechnung
Auch hier lässt der Name der Methode bereits vermuten, wie diese funktioniert. Bei der Teilkostenrechnung werden lediglich die variablen Kosten, also die Kosten, die bei der Herstellung des Produkts oder der Erbringung der Dienstleistung anfallen. Mieten oder Grundsteuern werden hier vernachlässigt. Diese Variante wird zum Beispiel dann angewendet, wenn für einen kurzen Zeitraum eine große Menge an Waren produziert wird und der Preis dieser Waren konkurrenzfähig bleiben soll.
Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile und ihre Anwendung hängt oft von den spezifischen Bedürfnissen und Zielen des Unternehmens ab. Wie und wann man die jeweiligen Ansätze anwendet, wirst Du während des Unterrichts am IT-Kolleg Imst lernen.
Erfolgsbeurteilung mittels Kostenrechnung
Die Kostenrechnung wird in Unternehmen aber nicht nur zum Berechnen von Verkaufspreisen verwendet – sie ist auch ein wichtiges Instrument zur Erfolgsbestimmung in einem Unternehmen. Dabei wird der Betriebserfolg nicht nur auf Unternehmensebene bestimmt, sondern auch auf der Ebene einzelner Bereiche sowie Produkte und Dienstleistungen.
Bevor wir tiefer in die Ergebnisrechnung einsteigen, sollten wir uns noch zwei wichtige Begriffe genauer ansehen: die Gemeinkosten und die Selbstkosten.
- Gemeinkosten sind Ausgaben, die im gesamten Unternehmen anfallen und auf verschiedene Produkte oder Dienstleistungen verteilt werden. Sie können sowohl feste als auch variable Kosten beinhalten – das sind zum Beispiel Kosten für Miete oder Verwaltung.
- Selbstkosten wiederum stehen für die Gesamtkosten, die entstehen, wenn wir ein Produkt herstellen oder eine Dienstleistung erbringen. Sie setzen sich zusammen aus direkten Kosten, wie zum Beispiel Material- und Arbeitskosten, und indirekten Kosten, zu denen auch die Gemeinkosten zählen.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Gemeinkosten und Selbstkosten sind nicht dasselbe wie fixe und variable Kosten! Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Aspekte der Kostenstruktur. Du wirst die genauen Unterschiede noch genauer während des Unterrichts am IT-Kolleg Imst kennenlernen.
Nun aber zur Ergebnisrechnung – es gibt zwei grundlegende Wege, wie die Kostenrechnung bei der Ergebnisermittlung helfen kann:
- Mit der Deckungsbeitragsrechnung (ein Teil der Teilkostenrechnung) können wir feststellen, ob und in welchem Umfang ein Produkt oder eine Dienstleistung zum Decken der fixen Kosten und zum Gewinn des Unternehmens beiträgt. Es hilft uns auch zu entscheiden, ob wir ein Produkt weiter produzieren oder eine Dienstleistung weiter anbieten sollten.
- Mit der Zuschlagskalkulation (ein Teil der Vollkostenrechnung) verteilen wir die Gemeinkosten auf die Kostenträger. Damit können wir die Selbstkosten eines Produktes oder einer Dienstleistung ermitteln und auf dieser Basis Verkaufspreise kalkulieren oder Entscheidungen über die Wirtschaftlichkeit treffen.
Wenn ein Unternehmen mit der stetig schwankenden Wirtschaft mithalten möchte, muss es sich ständig verändern und weiterentwickeln. Eine umfangreiche und präzise Kostenrechnung ist deshalb unerlässlich. Kostenrechnung ist deshalb nicht nur eine einmalige Sache, sondern ein ständiger Prozess der Anpassung und Verfeinerung.
Abschluss interne Unternehmensrechnung
Mit den Informationen, die Du in den letzten Unterbeiträgen erhalten hast, bist Du nun bestens auf den bevorstehenden Unterricht vorbereitet. Mach Dir keine Sorgen, falls Du ein paar Inhalten nicht folgen konntest – alle Themen werden im Unterricht noch ausführlich behandelt.
BWM – Teste Dein Wissen 1
Du hast die vorangegangenen Unterbeiträge sowie den Lernbeitrag „BWM – externe Unternehmensrechnung“ ausführlich studiert und möchtest Dein Wissen nun testen?
Hier findest Du ein Drag-and-Drop Quiz, bei dem Du Begriffe richtig zuordnen musst.
BWM – Teste Dein Wissen 2
Dir war das erste Quiz zu einfach und Du möchtest Dein Wissen weiter Testen?
Hier findest Du ein paar Fragen zu den Inhalten.