Was ist eine Bilanz?
Im vorherigen Beitrag bist Du bereits über das Wort „Bilanz“ gestoßen. Was eine Bilanz ist und wie diese aufgebaut ist, wird im folgenden erklärt.

Eine Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital in T-Form (T-Form, weil der Aufbau der Bilanz wie ein „T“ aussieht). Das Vermögen wird dabei als Aktiva bezeichnet – Aktiva ist lateinisch und bedeutet so viel wie „das Tätige“ oder „das Aktive“. Das Aktiva wird also aktiv dazu verwendet, um Einnahmen im Unternehmen zu erzielen. Im Gegenzug wird das Fremdkapital als Passiva bezeichnet – Passiva, ebenso lateinisch, bedeutet so viel wie „das Leidende“ oder „das Passive“. Das Passiva/Fremdkapital bezieht sich also auf die Schulden oder die Verbindlichkeiten des Unternehmens, also das, was das Unternehmen anderen schuldet. Zur Passiva-Seite gehört auch das Eigenkapital – das ist der Teil des Unternehmensvermögens, das den Eigentümern „gehört“. Addiert man das Eigenkapital zum Fremdkapital, sollte die Summe dessen der Summe des Vermögens entsprechen.
Die Aktiva-Seite
Das Aktiva bzw. das Vermögen kann grob in das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen unterteilt werden. In der Praxis gibt es noch weitere Unterpunkte, die aber an diesem Punkt nicht relevant sind – Du wirst sie während des Unterrichts kennenlernen.
- Als Anlagevermögen wird das Vermögen eines Unternehmens bezeichnet, das sich länger als ein Jahr im Unternehmen befindet. Beispiele dafür sind Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge oder die Geschäftsausstattung.
- Das Umlaufvermögen befindet sich nur für einen begrenzten Zeitraum im Unternehmen und wird durch den täglichen Geschäftsbetrieb verändert. Beispiele dafür sind Rohstoffe, Handelswaren, Bargeld oder das Geld auf dem Bankkonto.
Die Passiva-Seite
Wie weiter oben bereits erwähnt, unterteilt sich das Passiva in das Eigenkapital und das Fremdkapital. Wie auch bei der Aktiva-Seite werden die Unterpunkte der Passiva-Seite noch genauer aufgegliedert – auch dies wirst Du im Unterricht lernen.
- Das Eigenkapital ist also das, was den Unternehmer:innen „gehört“. Es kann sich z.B. aus Privaten Einlagen oder Gewinnrücklagen zusammensetzen. Je nach gewählter Rechtsform des Unternehmens kann das Eigenkapital eine andere Bezeichnung und eine andere Zusammensetzung aufweisen.
- Als Fremdkapital wird jenes Kapital bezeichnet, das von unternehmensfremden Parteien gestellt wird. Zum Fremdkapital zählen z.B. Darlehen, Lieferantenkredite (wenn das Unternehmen etwas kauft und erst später bezahlt), Rückstellungen und vielem mehr.
Die Summen
Rechnet man auf der Aktiva-Seite das Anlage- und das Umlaufvermögen und auf der Passiva-Seite das Eigen- und das Fremdkapital zusammen, so erhält man jeweils eine Summe. Diese Summe muss zu jedem Zeitpunkt auf beiden Seiten gleich sein. Sollte hier eine Ungleichheit auftreten, muss die Bilanz überprüft und der Fehler gefunden werden. Das Prinzip der doppelten Buchführung sorgt also stets dafür, dass die Summen gleich sind.
Ein kleiner Tipp einer ehemaligen Studierenden: bezeichne die beiden Seiten nie als „Links“ und „Rechts“ – verwende stets die Bezeichnungen „Aktiva-Seite“ und „Passiva-Seite“ 😉