Nachdem Du gerade ein Endgerät zur Ansicht dieses Beitrags verwendest, hast Du bereits mindestens einmal eines der am weitesten verbreiteten technischen Produkte der Welt verwendet – Betriebssysteme. Aber was genau steckt hinter diesem allgegenwärtigen Begriff?
In diesem Lernbeitrag wollen wir die Welt der Betriebssysteme erkunden und Dir ein grundlegendes Verständnis von ihnen vermitteln. Betriebssysteme sind mehr als nur Hintergrundbilder und Icons auf Deinem Bildschirm – sie sind das unsichtbare Räderwerk, das sicherstellt, dass Deine Hardware und Software effektiv und harmonisch zusammenarbeiten.
Vom Starten einer Anwendung bis hin zum einfachen Durchstöbern des Internets, Betriebssysteme spielen eine Schlüsselrolle bei fast allem, was Du auf Deinem Gerät tust. Nachdem Du diesen Beitrag gelesen hast, wirst Du einen besseren Überblick haben, was bei jedem Klick, Tippen und Wischen auf Deinem Gerät vor sich geht.
Was ist ein Betriebssystem?
Wenn Du den Lernbeitrag „Computertechnik – Aufbau eines Computers“ bereits gelesen hast, weißt Du bereits, dass die Hardware Deines Computers auf Deine Interaktionen reagiert. Ob Du einen Text in einem Dokument schreibst, im Internet surfst oder ein Video anschaust, hinter all diesen Aktivitäten steckt eine komplizierte Abfolge von Prozessen, die von Deiner Computerhardware ausgeführt werden.
Aber wie genau „weiß“ die Hardware, was sie tun soll? Wie versteht sie, was ein Klick auf eine Schaltfläche oder ein Tippen auf eine Tastatur bedeutet? Und wie sorgt sie dafür, dass die richtige Anwendung geöffnet wird, wenn Du darauf klickst? Genau hier kommt Dein Betriebssystem ins Spiel.
Das Betriebssystem ist das unsichtbare Kraftwerk, das dafür sorgt, dass Dein Computer reibungslos läuft. Es stellt die Verbindung zwischen Deinen Anwendungen – wie Deinem Webbrowser, Deiner Textverarbeitungssoftware oder Deinem Lieblingsspiel – und Deiner Hardware her. Ohne es wäre Dein Computer einfach ein Haufen Metall und Plastik.
Was genau ist ein Betriebssystem?
Ein Betriebssystem ist eine spezielle Art von Software, die als Schnittstelle zwischen der Hardware – also den physischen Teilen eines Computers wie Prozessor, Festplatte, RAM und so weiter – und den Anwendungsprogrammen, die wir verwenden, wie Textverarbeitungsprogramme, Webbrowsers, Spiele usw., dient.
Versuchen wir, Betriebssysteme anhand eines kleinen Beispiels zu erklären:
Stell Dir Dein Betriebssystem wie den Dirigenten eines Orchesters vor. Jedes Mitglied des Orchesters (die Hardware) kann sein Instrument spielen (seine Aufgabe ausführen), aber ohne den Dirigenten (das Betriebssystem) wäre es schwierig, alles zusammenbringen und schöne Musik (ein gut funktionierendes System) zu machen.
Das Betriebssystem ist dafür verantwortlich, Ressourcen wie Speicherplatz oder Prozessorzeit zwischen den verschiedenen Anwendungen zu verteilen. Es sorgt auch dafür, dass die Hardware richtig funktioniert und die Anwendungen effizient laufen können. Darüber hinaus stellt es eine Benutzeroberfläche bereit, die es uns ermöglicht, mit dem Computer zu interagieren – zum Beispiel, indem wir eine Datei öffnen, auf eine Website zugreifen oder ein Programm starten.
Einfach ausgedrückt, ohne ein Betriebssystem könnte Dein Computer oder Dein Handy nicht funktionieren. Es sorgt dafür, dass alles auf Deinem Gerät reibungslos läuft.
Welche Betriebssysteme gibt es?
Es gibt viele verschiedene Betriebssysteme, die jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen haben. Mit einigen davon bist Du wahrscheinlich schon in Berührung gekommen. Die gängigsten werden Dir hier kurz aufgelistet:
- Windows: Das wahrscheinlich bekannteste Betriebssystem wurde von Microsoft entwickelt. Beliebt wurde es durch seine Benutzerfreundlichkeit und die große Auswahl an Software, die Microsoft anbietet. Windows ist in der Regel nicht kostenlos, aber es wird oft mit neuen PC´s mitgeliefert. Mittlerweile bietet Microsoft außerdem die Möglichkeit, ihre Software über verschiedene Abo-Modelle zu beziehen.
- macOS: Das Betriebssystem von Apple, macOS, ist bekannt für sein elegantes Design und seine hohe Benutzerfreundlichkeit. Es wird oft als sehr sicher angesehen und bietet seinen Benutzer:innen zahlreiche hochwertige Programme. macOS ist kostenlos – da es aber nur auf Apple-Geräten läuft, ist ein Endgerät mit macOS in der Regel teurer als ein Endgerät, das beispielsweise Windows installiert hat.
- Linux: Linux ist ein Open-Source-Betriebssystem, was bedeutet, dass es von jedem angepasst und verbessert werden kann. Es ist besonders bei Entwicklern und Systemadministratoren beliebt wegen seiner Flexibilität und Stabilität. Linux ist kostenlos und gilt als sehr sicher. Allerdings kann es, besonders für Anfänger, weniger benutzerfreundlich sein und es hat nicht so viele kommerzielle Anwendungen wie Windows oder macOS.
- Android: Android, entwickelt von Google, ist das am häufigsten verwendete Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Es ist bekannt für seine Anpassungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit, sowie für den Zugang zu einer riesigen Anzahl von Apps im Google Play Store.
Natürlich gibt es noch viele weitere Betriebssysteme, wie z.B. iOS (für Apple iPhones oder iPads), ChromeOS (läuft hauptsächlich auf Chromebooks) oder Unix (ein älteres Betriebssystem, das nach wie vor in wissenschaftlichen oder technischen Umgebungen eingesetzt wird). Für welches Betriebssystem Du Dich schlussendlich entscheidest, hängt ganz von Deinen Bedürfnissen und dem von Dir gewünschten Endgerät ab. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, die Du nach weiterer Recherche bzw. über den Unterricht am IT-Kolleg Imst herausfinden wirst.
Wie Betriebssysteme funktionieren
Was passiert, wenn Du mit Deinem Computer interagierst, hast Du vielleicht schon im Lernbeitrag „Computertechnik – Aufbau eines Computers“ gelesen. Wie es aus Sicht eines Betriebssystems funktioniert, werden wir uns nun etwas genauer ansehen.
Wenn Du ein Programm auf Deinem Computer ausführst, muss dieses Programm mit der Hardware Deines Computers kommunizieren, um seine Aufgaben zu erfüllen. Da es allerdings nicht sehr praktisch oder effizient ist, wenn jedes Programm direkt mit jeder benötigten Hardwarekomponente kommuniziert, kommt hier das Betriebssystem ins Spiel.
Das Betriebssystem fungiert als Vermittler zwischen Programmen und der Hardware und stellt sozusagen eine Art Schnittstelle zur Verfügung, mit der Programme kommunizieren können. Das Programm „sagt“ dem Betriebssystem, welche Ressourcen es benötigt und das Betriebssystem übersetzt die Anfrage in eine Form, die von den Hardwarekomponenten verstanden werden kann. Wenn Du z.B. eine Datei speichern möchtest und über einen Klick das Speichern anforderst, teilt das Betriebssystem der Festplatte mit, dass diese einen Speicherplatz finden und die Datei dort speichern soll.

Ein Betriebssystem ermöglicht uns also die einfache Kommunikation mit unserer Hardware. Ohne sie wäre das Steuern unseres PC´s, sofern man selbst keinen Maschinencode (siehe Lernbeitrag „Die Welt der Programmiersprachen„) schreiben und lesen kann, beinahe unmöglich. Weitere Informationen zu Betriebssystemen wirst Du während des Unterrichts am IT-Kolleg Imst lernen.
Betriebssysteme – Teste Dein Wissen
Du hast die vorangegangenen Unterbeiträge ausführlich studiert und möchtest Dein Wissen nun testen?
Hier findest Du ein „Drag the Words“-Quiz zum Thema.